Dimme das Licht schon eine Stunde vorher auf warmen, bernsteinfarbenen Ton, reduziere Helligkeit unter etwa fünfzig Lux, und lass Bildschirme auf Minimalmodus. Sanftes Licht signalisiert deinem Suprachiasmatischen Kern: Nacht beginnt. Du brauchst kein Perfektionismus, nur Konsequenz. Halte Schalter einfach, nutze Lampen mit Stoffschirm, und beobachte, wie Müdigkeit natürlicher einsetzt.
Bereite eine kleine Ecke vor, in der Wasser wartet, ein Buch mit beruhigender Sprache, vielleicht eine Tasse koffeinfreien Kräuteraufgusses. Tue jeden Abend dasselbe in ähnlicher Reihenfolge. Das wiederkehrende Muster entlastet Arbeitsgedächtnis und reduziert Entscheidungsmüdigkeit. Sobald der Ablauf vertraut ist, gleitet Aufmerksamkeit von außen nach innen, ohne Widerstand und ohne zusätzlichen Reiz.
Stelle dir eine breite Leinwand vor. In der Mitte liegt dein Atem, am Rand parken Zettel. Jeder Gedanke darf kurz auf einen Zettel, wird an den Rand geschoben und bleibt dort, erreichbar, aber nicht im Zentrum. Dieses visuelle Ordnungssystem schützt vor Unterdrückung und gibt deinem Kopf Sicherheit, nichts Wichtiges zu verlieren, während du loslässt.
Male in Gedanken eine vertraute, langsame Szene: ein Spaziergang am See bei Dämmerung, Kies unter den Schuhen, Wasser, das anlegen will. Details beruhigen das Arbeitsgedächtnis, ohne neue Reize einzuschleusen. Wenn andere Bilder kommen, lade sie ein, langsamer zu werden. So entsteht ein weicher Übergang vom Wachdenken in das natürliche, schützende Bildrauschen des Schlafs.
Zähle leise drei Dinge, die heute genügt haben, nicht die größten Erfolge, sondern kleine, echte Momente: eine freundliche Geste, ein warmes Getränk, ein unerwartetes Lächeln. Dieses sanfte Benennen senkt innere Alarmbereitschaft. Es ist kein Optimismuszwang, sondern ein Ausbalancieren der Wahrnehmung, damit das Nervensystem wieder Vertrauen in den Abend fasst.
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